Geschichte von Längenbühl

Die Gegend von Längenbühl muss schon in der jüngeren Eisen- oder Latenezeit (400 – 58 v. Chr.) bewohnt gewesen sein. Funde bestätigen dies. So fand man 1923 in Kleinismaad ein Skelett aus der Latenezeit mit Halsring (Torques) und zwei geperIten Bronzearmringen. Im Schlupf wurde zudem ein schöner Bronzedolch gefunden. 1860 entdeckte man im Längenbühlwald einen Grabhügel mit zwei Skeletten, das eine in halbsitzender Stellung. Bei einem Findling wurden Tonscherben aufgefunden, die vermutlich in die Latenezeit zurückgehen. Weiter stiess man beim Dittligsee auf Pfähle und einen Einbaum.
Im Steinried in der Gemeinde Forst kamen 1926 römische Fundamentmauern zum Vorschein, und im Seihenried entdeckte man Überreste eines römischen Gutshofes mit Badeanlage. Gleichenorts wurde eine Bronzemünze mit dem Bildnis des Kaisers Trajan gefunden.

Der Waldweier
Der Waldweier

Das Gemeindegewölbe aus dem Jahre 1865
das Gemeindegewölbe

Eine Besiedlung im heutigen Sinn hat ihren Anfang bereits zur Zeit der Alemannen genommen. Vorerst sind einzelne Weiler entstanden, deren Namen bis heute erhalten geblieben sind. Die Bezeichnungen lassen zum Teil Rückschlüsse auf Namen damaliger Bewohner oder auf die Nutzungsart der Grundstücke ziehen. Als erster Weiler durfte wohl Dittligen entstanden sein, dem danach weitere, wie Hattigen, beim Wald, Lengenbühl, Weiermatt, Halten u.a. folgten. Weitere Umschreibungen wie Kalbermoos, Ochsenweid, Wolfrichti deuten auf Nutzungsart und Tierhaltung hin. Bezeichnungen wie Waldweier, Weiermatt weisen darauf hin, dass vor vielen Jahren, nebst den heute noch zum Teil erhalten gebliebenen zwei kleinen Seen, weitere Gewässer vorhanden gewesen sind. Die damaligen Siedler betrieben Dreifelderwirtschaft und Fischfang.

Aus dem Weiler Lengenbühl wurde dann schliesslich die Gemeinde Lengenbühl ( ca. 1796). Erst seit 1864 heisst unsere Gemeinde Längenbühl.

Geschichte des ältesten Haus in Längenbühl

Hattingen war bis ca. 1700 eine kleine Burg oder ein festes Steinhaus, von welchem ein ungefähr 5 Meter hoher Turmrest mit einer Grundfläche von 5×6 Meter, nebst anschliessenden Umfassungsmauern erhalten ist. Die Burgreste sind ins heutige Bauernhaus eingebaut, von aussen jedoch deutlich erkennbar. Von dieser Burg Hattingen stammte ein reiches Burgergeschlecht, welches nachweisbar im 14. und 15. Jahrhundert gelebt hat.

Schloss Hattingen
Schloss Hattingen

Die Weiermatt
Die Weiermatt

Kaum 600 Meter westlich davon, soll in unmittelbarer Nähe des Weilers Dittligen ein weiterer kleiner Burgsitz, als Stammsitz des heute noch in Holland blühenden Geschlechtes der Dittlinger gestanden haben. Eine Sage führt den Stamm der Dittlinger auf einen deutschen Ritter zurück, der zu Ende des 12. Jahrhunderts vom Kaiser den Hof Dittlingen und den Turm zu Hattingen als Lehen erhalten habe. Seine Söhne hätten sich 1218 in Bern niedergelassen. Urkundlich sind jedoch die Dittlinger erst seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar.